Sepe

Als Sami und Amalia  den Strand erreichten, wehte wehte eine kühlende Meeresbrise herein. Im Schatten der Palmen bei einer Hütte am Fluss gab es frischgegrillten Fisch mit Reis und frittierten Bananenchips. Nach dem Abendessen schlenderten sie zurück. Ein ein riesiger Ventilator hing direkt über ihrem Bett von der decke herunter. Amalia warf sich auf die weissen Laken, Schweissperlen glänzten auf ihrem Körper. Ihre Brüste glänzten wie zwei kleine goldene Kuppeln. Die weisssen Leintücher klebten an ihren Körpern.

Am Morgen, gingen sie zur Bucht des Hafens. Sie tranken genüsslich ihren Kaffee. Er wurde vor ihren Augen auf einem rostigen Petroleumfass geröstet. Das Fass stand auf dem Sand. Das Brennholz wurde durch eine Öffnung am Boden hineingeschoben. Es erhitzte den Metallboden des umgstülpten Fasses.

Ein paar Fischer lungerten am Quai bei ihren Booten. Einer näherte sich wie ihnen. Er sprach ein gebrochenes Englisch. Ob sie nicht mitkommen möchten, zu einer noch viel schönerem Ort – nach Sepe.

Amalia antwortete auf Spanisch, sie kenne die Bucht, sie sei sehr schön. Wieviel würde die Fahrt denn kosten? Nicht viel, er hätte noch andere Passagiere. Er würde auf sie warten. Wenn sie mitkommen wollten, würde der Fahrpreis billiger sein. In fünfzehn Minuten würden sie losfahren.                                                                                                                    

 „Ok, wir holen schnell unsere Badesachen.“ 

Auf dem Weg zum Boot zurück, schwärmte Amalia nach Sepe gäbe es keine Strassen. Der Fischer sei doch Konuko, den sie auf der Strasse kennen gelernt hatten.“Hast du ihn denn nicht wiedererkannt?“

„Auf welcher Strasse“, fragte Sami sie erstaunt.

„Auf der Strasse nach Choroni, beim Bus beim Warten doch.“  Sie schaute ihn an als sei er etwas zurueckgeblieben. Sami runzelte die Stirn. Konuko habe ihm sogar zum Trinken angeboten.

„Ah jah, Chinoto, die Limonade, die keine war,“ erinnerte er sich. Alles erschien ihm so gleich, zu viele neue Eindrücke, die er gar nicht mehr aufnahm und alle auf einmal. 

 

Mit ihren Badesachen bestueckt, am Boot angekommen, organisierte Konuko die Abfahrt. Es wurde nicht viel gesprochen. Die Männer stiessen gemeisam das schwere Holzboot durch den feinen Sand zum Wasser hinunter. Die ersten Wellen brachen sich am Bug. Schaum spritzte hoch. Die Frauen warteten bis das Boot stabilisiert wurde, stiegen, die Kleider und Taschen hochhaltend ein und plumpsten auf die ihnen zugewiesenen Plätze.

Der Fahrtwind war angenehm, der Aussenbordmotor leistungsstark und nach einer Stunde entlang der Küste, erreichten sie ihr Ziel. Sami sprang vor dem Anlegen kopfüber in die Brandung, ins jadegrüne Wasser. Kaum hatten Amalia und Sami sich in den Schatten der Palmen auf ihre Badetücher gelegt, sprach sie eine alte, zahnlose, von Falten übersäte schwarze Frau an. Sami verstand wieder nichts. Amalia musste uebersetzen, vom Spanischen ins Spanische. Amalia erklärte ihm, die Alte würde ihnen Kaffee anbieten.

„Also, zwei Kaffee, wer möchte noch Kaffee?“ fragte Sami in die Runde. Auch die Anderen hatten sich barfus durch den heissen Sand gequält. Amalia fragte die Frau wieviel die volle Thermosflasche mit Kaffee kosten würde.

Sami holte seine Geldbörse aus der Tasche mit den Badesachen heraus, zog verwitterte Geldnoten heraus und gab sie Amalia. Als Amalia die Flasche mit kleinen Plastikbechern entgegennahm, sprudelte aus dem zahnlosen Mund der alten Frau ein Wortschwall heraus. Amalia überssetzte: „ Falls mein Alter vorbeikommt, geben sie ihm ja nicht die Thermosflasche. Gestern hat er zuviel getrunken, und überhaupt ist er immer betrunken.....“. Die alte Frau wartete bis Amalia fertig war. Sie schaute gespannt auf die Gesichter in der Runde.

 „Er wuerde sie nur verlieren und der „Chinese“ hier mit schwarzer Haut und weissem Bart hat 22 Kinder. Ein Anderer, der schon gestorben ist, hat 52 gehabt. Ein Mann in Sepe, er starb nach einem Unfall, hat 8 Frauen gehabt, und jeder hat er ein Stück Land geschenkt. Seiner letzten Frau hatt er das Land aber nach der Hochzeitsnacht wieder weggenommen. Sie war eben keine Jungfrau mehr. Sepe ist ein gesundes Dorf, wo man viel Fisch isst.“ Sie wartete wieder geduldig bis Amalia alles uebresetzt hatte.

"Da gibt es einen, der hat blonde Haare und Augen wie Tigersteine. Seine Mutter hatte sich mit einem Schotten Namens McKensy eingelassen. Was für eine Schande.“

Sie drehte sich abrupt ab und stolzierte in Richtung des Dorfes, weiter hinten auf einen Hügel.

„ Was war das? Schotte McKensy?“ fragte Sami verwundert.

„ Ein Schotte, ein Engländer halt, der Mckensy hiess,“ wiederholte Amalia in einem Ton als sei Sami ein Kind, das nicht alles versteht, ein Kind halt.

Amalia verteilte den Kaffe in kleinen Plastikbechern.

Natur Spa

Sami hatte gegen Ende der Bucht, zwischen Sand und Wasser, einen kleinen Teich entdeckt, geformt aus verwitterten dunklem Gestein mit feinem Sandboden mitten drin. Als er hineinstieg war das Wasser so warm wie in einer Badewanne. Er eilte zurueck zu seiner Begleiterin, weckte sie auf und schilderte ihr die Entdeckung. Sie rappelte sich auf, sie war neugierig geworden. Sie nahmen die Taschen mit den Badesachen und stellten sie auf den Sand bei den Palmen beim Teich und liessen sich vom warmen Nass liebkosen.

Konuko, der Fischer, der sie mit dem Boot nach Sepe gebracht hatte, gesellte sich jetzt zu ihnen. Ein Polizist in blauer Uniform tauchte auf. Sein Gesicht war schmerzverzerrt und plötzlich begann er etwas zu erzählen, was Sami natürlich wieder nicht verstand und Amalia uebersetzen haette sollen. Seit einem Monat schon, müsste er diese Stiefel tragen. Konuko übersetzte es ihm auf Spanisch. „Hier sind wir halt nur zu zweit. Seit einem Monat schon ist mein Kollege in den Ferien. Sonst wechseln wir uns beim Stiefeltragen ab. Ich kann vor lauter Blasen und Hühneraugen kaum mehr gehen.“  

“Was hat er gesagt?“ fragte Sami wieder. Amalia übersetzte es ihm .

Konuko hatte sich in der warmen Brühe auf die Seite gewälzt und blickte angestrengt auf den Horizont.

„Wir haben ja eine gute Bewachung hier in unserem Jakusi, wovon muss sich der Polizist denn hier erholen? Warum zieht er denn die Stiefel an, wenn sie ihm nicht passen?“ fragte er sie auf Englisch.

Was hast Du gesagt?“ fragte Amalia jetzt auf Englisch.

„ Ja, wovon muss sich ein Polizist ausruhen?“

„Was, welcher Polizist?“  Amalia sah schon wieder genervt aus.

„Na, der in den Ferien ist,“ bohrte Sami.

Sie lag genüsslich auf ihrem Rücken. Sie fächelte sich das heisse Wasser zu. Was kümmert ihn der Polizist ? Zuerst die Kinder und jetzte der Polizist, ein komischer Kautz ist er schon, dachte sie sich.

Doch Sami liess nicht locker: „ Hier ist doch immer Ferien, ich glaube nicht, dass der Polizist viel zu tun hat, Parkbussen wird er hier kaum verteilen.“

Amalia verdrehte die Augen gen Himmel.

 

„Was geht mich denn das an, „frag ihn doch selber, wenn Du es wirklich wissen möchtest!“

„Was, ich soll ihn wirklich fragen?“

Amalia  ignorierte ihn.

„ Ich verstehe sie nicht, die sprechen ja noch undeutlicher als die in Caracas“

„ Hast Du was gegen die Leute aus Caracas?» fragte Amalia und setzte sich auf.

„Nein gar nichts, im Gegenteil, aber mich nimmt nur Wunder, warum der andere Polizist Ferien braucht.“

„ Was weiss ich, die verdienen hier nicht viel. Sie leben von den Konukos, besonders wenn sie Kinder haben, ...  und alle haben Kinder hier.“

„Was von welchen Konukos, du meinst dass unser Fischer hier ein Konuko ist. Der heisst ja Konuko, oder?"

„ Was redest Du denn für einen Blödsinn, dass habe ich ja gar nicht gesagt!“

„ Geben die Konukos den Polizisten Arbeit, oder nicht?“

„ Ja natürlich, oder denkst, dass das Zeug von alleine wächst?“

„ Welches Zeug?“

Amalia hüllte sich in Schweigen.

„Was! Du meinst, dass die Polizisten für den Konuko vielleicht Marijuana anpflanzen?“

Amalia starrte ihn verblüfft an, als hätten alle Geister ihn verlassen. Amalia fing an zu lachen.

„Was hast du - warum lachst du?“ Sami fragte verstört.

„Du hast gesagt..........“ Amalia kicherte weiter, „Idiota, wie kannst Du nur so etwas denken.“

„ Das hast du doch gemeint - oder?“

 Amalia sammelte sich und erklärte ihm: „ Denk einmal nach, warum arbeitet Konuko als Fischer und Touristenführer ?“

„Was weiss ich, als Cover up, als Tarnung“

Du hast wirklich eine blühende Fantasie Sami“ Amalia drehte sich plätschernd  ihm zu. „Weisst Du denn was ein Konuko ist?“

„ Nein, wieso, das ist doch Spanisch, oder.“

„Nein das ist venezolanisch und heisst kleine, wie sagt man, wenn die Leute die Bäume wegtun, um anzupflanzen?“

Sami betrachtete sie nach denklich: „roden, eine Rodung.“

„Roden, ja richtig roden, also eine Feld zum anzupflanzen. Das heisst Konuko auf Spanisch, äh, auf Venezolanisch, das sagt man hier so.

 „Was der Konuko heisst in Wirklichkeit „kleine gerodete Anbaufläche“? Das darf doch nicht wahr sein.“

„ Doch, doch,“ antwortete sie ernsthaft.

Konuko hatte zugehört. Er versuchte die Beiden zu verstehen. Er konnte ja ein bisschen Englisch, das was er so mit den Fremden aufgeschnappt hatte. Er hörte immer seinen Namen, das gefiel ihm gar nicht. Er drehte sich ihnen zu.

„ Alles OK“ fragte er Sami.

«Ja, ja alles OK», antwortete Sami auf Spanisch, „  ausser, dass ich mich langsam wie frisch gekochtes Suppenfleisch fühle.“.

„Was meinst du?“

„Nicht, nichts, war nur ein Witz“.

„Falls ich euch störe, sagt es ruhig“, fuhr Konuko weiter in gestochenem Spanisch.            Sami war erstaunt: „Nein nein, ich habe nur ein Wort falsch verstanden und Amalia hat darüber gelacht. Wieso heisst Du denn Konuko?“

„ Sooo,hm,“  eine länger Pause „ so habe ich immer geheissen.“

„ Ist das Dein Familiennamen?“

„ Nein ich heisse Majora mit Familienamen, und Antonio mit Vornamen, aber alle nennen mich Konuko seit ich klein war.“

„ Und warum ?“

„Als ich noch klein war und mein Vater noch lebte, habe ich immer überall mitgehen wollen. Und als ich dann schon richtig gehen konnte, nahm er mich mal in die Berge mit, und er zeigte mir ein kleines Stück Land, dass er bebauen wollte. Ich sollte ihm dabei helfen, das wäre jetzt meines, hatte er gesagt. Ich war so glücklich als wir nach Hause kamen und erzählte es allen. So hänselten mich alle und fragten mich immer wo denn mein Konuko sei. So blieb es. Als ich zwölf war, ist mein Vater einmal vom Fischen nicht mehr zurückgekommen, so habe ich alleine mein Konuko angepflanzt, und unserer Familie so geholfen. Wenn die Leute fragten wo ich sei, dann war ich im Konuko, das war die allgemeine Antwort.“

„Bist du denn nicht zur Schule gegangen?“ fragte Sami.

„ Was, welche Schule, hier in Sepe gibt es keine Schule.“   

Es folgte ein betroffenes Schweigen, und Sami traute sich nicht ihn zu fragen, wo oder ob er denn lesen und schreiben könne. Amalia, die neugierig mitgelauscht hatte, wälzte sich um ihre eigene Achse auf den Bauch.

 „ In Wirklichkeit bin aus Sepe und nicht aus Choroni, wo ich jetzt lebe.“

„ Aha ,“ antwortete Sami erleichtert.

„ Ich habe noch ein Haus hier beim Strand. Es ist verlassen seit meine Mutter gestorben ist. Keiner meiner Brüder interessiert sich dafür, die haben alle ihre eigenen. Möchtest Du mitkommen, um es anzuschauen?“ 

Mittlerweile  weichgekocht, fand Sami diesen Vorschlag recht erfrischend. Er fragte Amalia, ob sie den nicht mitkommen wolle, es sei ein bisschen heiss hier. Nein, sie bliebe lieber hier, das sei Männersache. Er solle aber ruhig gehen.

Neugierig erhob er sich und folgte Konuko. Dieser wechselte ein paar Worte mit dem Polizisten, als sie bei einem jungen Mann, Konukos Bruder Felipe, eintrafen, der wartend neben einer Palme stand, drückte man ihm einfach eine Machete in die Hand. Der Polizist humpelte hinterher, Amalia schmachtete weiter im Teich.

Das Haus verbarg sich im tropischen Dickicht. Sie begannen sich einen Weg zu schlagen.  Ein Hauch von Piratenabenteuer umgab Sami. Die Anderen warfen sich heimlich belustigende Blicke zu, der Ungeschicklichkeit des Gringos wegen, sie hatten ihm einfach eine der Macheten in die Hand gedrückt, und jetzt musste er beweisen, ob er ein Mann sei. Er traf aber meistens daneben, oder schlug vier oder fünf Mal auf die gleiche Stelle und richtete nichts aus. Die Anderen hielten Abstand vor dem wild um sich schlagenden Gringo, bis Konuko eingriff, Sami vorsichtig am Schlagarm aufhielt, bevor er wieder zu einem seiner furchteregenden Schläge ausholte, ihm sanft die Machete aus der Hand nahm, und ihm vormachte wie er sich ihrer zu bedienen sollte.

„ Aus dem Handgelenk, immer aus dem Handgelenk, - so.“ Jeder Schlag sass.

Nach einer kurzen Weile gemeinsamen Lichtens, hatten sie erfolgreich sämtliches Ungeziefer aufgescheucht. Es trieb mit hämischer Freude, seine feinen Stacheln ins frei dargebotene, schwitzende Fleisch der muskulösen Oberkörper, der Beine, der Arme, der Nacken und der Gesichter. Besonders fleissig waren die „ Chenchen- Mücken“ am Werk. Diese kleinen Biester waren nur so gross wie Stecknadelköpfe. Sie hinterliessen jedoch kleine rote Hügelchen, mit wild beissendem Schmerz. Noch Tage darauf konnte Sami den Einstich spüren. Er meldete sich einfach unangemeldet wieder zurück.

Als sie endlich das Haus erreichten, war Sami erschöpft. Er schlug sich die ganze Zeit an seinen Oberkörper, an Arme und Beine. Konuko schaute Sami erwartungsvoll an.                                            

„Ja, der Ort ist wunderschön. Was willst du damit machen?“

„Vielleicht verkaufen?“ Konuko machte eine Pause. Er schaute seinen Onkel den Polizisten an der genau aufpasste, „ seitdem meine Mutter tot ist, wohnt hier niemand mehr, ich kann mich nicht mehr um darum kümmern.“

Sami blickte zu Boden. Er konzentrierte sich mehr auf die Mücken. Für eine Sekunde hatte er den Wunsch; - und wenn er es kaufen würde?    

Schwere Wolken hatten sich über der Bucht angesammelt. Mit aller Wucht entlud sich der kühlende Regen. Er erlöste sie vom Moskitotanz. Sie rannten ins lauwarme Meer. Der Polizist blieb in seiner nasser Uniform zurück am Strand. Eine weile schaute er zu, denn alle waren ins Wasser geflüchtet und vergügten sich köstlich in der Brandung.

Chuchito in der Gestalt eines tabsigen Braubärens, einer der Bootsausflügler, offerierte ihnen lachend dieselbe Themosflasche, ohne Kaffee, sondern kleine Muscheln mit Rhum, blinzelten Sami entgegen, als er misstrauisch hneinschaute. Das Getränk war von Mund zu Mund gereicht worden. Sami blickte misstrauisch auf die Muscheln. Amalia sprach Sami zu: „ trink, trink!“.  Er würgte einen Schluck hinunter. Ja wirklich es schmeckte gut. Muschelgeschmack und etwas Salzwasser, toll.  Alle lachten wie Kinder und hüpften im Rhythmus der Wellen auf und ab. Ein Teppich aus spritzenden Regentopfen lag auf dem Meereswasser.

Der Regen hörte auf, die Wolke hinweggeschwebt zur nächsten Bucht. Die Sonne begann Sepe, die Menschen, die Vögel und Mücken zu tocknen, des Polizisten Uniform inbegriffen.

 

Auf der Fahrt zurück nach Choroni, schwärmte Dagmar, auch eine Bootsauflüglerin und dazu noch eine Wienerin, sie würde diesen Tag nie mehr vergessen. Sie warf verführerische Blicke voller Glück  nach links und nach rechts. Amalia brannte der eingefangenen Sonnenstrahlen und der Eifersucht wegen. So eine weisse Badenixe, das war eine ernsthafte Konkurenz. Sami nahm seinen Schatz aus der Badehose, und zeigte ihn Amalia. Diese blickte das Steinchen entgeistert an. Es war von brillantgrün zu samtgrüngrau geworden. Sami versuchte ihr vergeblich, die Schönheit seines Fundes, den Teich mitinbegriffen, zu erkären. Und wenn es ein Smaragd wäre, er müsste nur poliert werden, insistierter er. Es ist der geistige Inhalt den die Menschen in ein Steinchen, in ein Metall, in ein Wort legen, der den Unterschied, den Wert ausmacht, belehrte er sie.

Sie drehte ihm ihren schönen sonnengebräunten Rücken zu. Sie hörte ihm nicht zu. Der Aussenbortmotor schnitt Spiralen ins Meer. Die Wellen klatschten gegen die Bootswände. Sami liess seinen Schatz, den Stein ins vorbeiziehende Wasser gleiten. Er vertiefte sich in die Betrachtung der felsigen Steilküste, der grünen Wildnis zwischen den grossen Kakteen auf roter Erde, und den mit Hängepflanzen bewachsenen Bäumen. Er hoffte insgeheim  vielleicht ein wildes Tier zu entdecken, Brüllaffen hatte er schon einmal in der gestrigen Nacht gehört. Abends war die Strömung stärker. Ihr tapferes Boot ritt im flotten Tempo vorwärts von Welle zu Welle. Sie glitten seitlich zum Wellenkamm hinauf, überholten die Welle und stürzten wieder ins Tal hinunter. Das Boot beschrieb eine schlangenförmige Spur.