Just a little taste , ein kleiner Geschmack, und petit gout

Please enter, Would you like a cup of tea?

Genetically they will remain small

John:  

Komm doch rein. Möchtest du eine Tasse Tee?

Ronald :  Ja, mit Zucker bitte und ein bisschen Milch dazu.                                                                      Du, das ist doch kein Zucker!

John: Ja, nicht wahr.

Ronald:

Das sieht aus wie ein Memory - Stick, das ist nie im Leben Zucker. Was soll das....Willst du mich vorführen, machst du Spass?

John: Du lässt ihn in den Tee gleiten, dann löst er sich auf wie Zucker.

Ronald: Na wirklich, und dann?@

John: Dann nimmst du einen Schluck und schliesst die Augen. Du erlebst, siehst, spürst und fühlst meine Erinnerungen, das heisst diejenigen, die ich gerade auf den Memory Stick  geladen habe.

Ronald: Wozu,  Na und wen interessiert das schon, dann brauchen wir gar nicht mehr zu reden. 

John: Das ist wie wie Kino, oder ein Konzert, oder TV, oder eine Bilderausstellung und das alles in einem. Trinkst du einen Schluck, dann siehst du den Anfang meines Erlebten, mit dem zweiten erlebst mehr und so weiter.

John: Was, was ist, warum machst du so ein Gesicht? Was, du magst keine Filme?  .........

Versuche es doch einmal, es kann dir nichts passieren, ausser dass du um eine Erfahrung reicher geworden bist.

Ronald: Ja ich weiss, wir habe all diese neuen Medien, warum ein neues hinzu ? 

Rashamon Syndrom

All Kinds of Memories

 

John: Viele Leute lesen wenig, aber sie hoeren zu, was andere ihnen erzählen. Viele schauen TV, oder surfen am Computer, oder spielen in virtuellen Realitäten. Die Welt verändert sich die ganze Zeit. Willst du sie anhalten? Du wirst damit Schwierigkeiten bekommen. Die Welt dreht sich um sich, dann die Erde um die Sonne, die Sonne im Strudel der Milchstrasse, unserer Galaxie und du willst die Zeit anhalten?

Ronald: Nicht alles  was so die Zeit mit sich bringt muss blindlings geschluckt werden. Viele kommunizieren fast nur noch über Handys. Meinst du dass das gesund ist? jetzt gibt es schon Haendisüchtige. Denkst du nicht, dass wir schon genügend Attraktionen haben? Ein neues Spielzeug mehr, ja ein Spielzeug, die Jungen reden ja kaum noch. Nur noch tic,tic, tictictic..

John: Beim Reden gibt es jedoch Sprachgrenzen, selbst wenn heutzutage viele Englisch sprechen, hier mit meinem "Zucker" sind sie wie weggeblasen. Ich meine die Sprachgrenzen. Stell dir vor, du schliesst die Augen und trinkst eine Tasse Tee, ploetzlich erlebst was ein anderer erlebt hat. Ist das nicht toll? Versuch es doch auch mal. Das ganze Konzept der Wahrnehmung unserer Wirklichkeit veränder sich dadurch, Rashamon wäre jetzt nicht mehr möglich, eine einzige ungeteilte Wahrheit wäre dann viel möglicher.. Das Erleben verhindert nicht die Kommunikation, sondern im Gegenteil, si wird gefördert. Man kann ja nachher Meinungen austauschen.

Ronald : Was meinst du damit?  Ich trinke das nicht, was fuer eine Droge willst du mir geben?

John: Das ist keine Droge, sie macht auch nicht abhaengig, ausser dass du abhaengig von der Wahrheit werden kannst. Aber chemisch ist sie vollkommen harmlos, wie Zucker. Ist Zucker eine Droge?

Ronald: Na manche sagen schon und man soll  einem Pferd nie Zucker geben. Zucker sei schlecht für die Zähne. Wieso soll ich abhaengig von irgendwas werden?

John: bist du ein Pferd? - die Art und Weise wie wir unser Leben erfahren hat sich, seitdem wir als Nomaden durch die Waelder und Steppen spazierten, geändert. Wir haben vielschichtige Sprachen entwickelt, Tiere und Menschen auf Felsenwaende gemalt oder geritzt, Skulpturen gemacht, Goetter erfunden, um die Welt in ihren Zyklen zu verstehen, Schriften erfunden, Mathematik, das Geld, Tiere uns untertan gemacht, ploetzlich war die Erde nicht mehr flach und Amerika wurde entdeckt.

Ronald: Was erzaehlst du da, dass weiss doch jedes Kind.

John: Nicht jedes Kind, aber viele. Es geht darum wie wir das Leben erleben, du und ich, wir sind nicht die ersten Menschen. Die Welt hat sich sehr veraendert. Ohne Kommunikation waere es nicht moeglich gewesen, Kommunikation und festhalten, d.h. Schreiben, Zeichnen, Töne so gestalten, damit sie andere Dimension bekommen als nur Geräusch, d.h. Sprache und Musik. So können  andere auch erfahren was andere erlebt, gefunden, entdeckt und erfunden haben und nicht immer von Neuem anfangen muessen.

Ronald: Was hast du mit Rashamon gemeint?  

John:  Rashamon ist der Titel eines japanischen Films von Kurosawa, ein Klassiker. Zuerst regnet es in Stroemen ich glaube es regnet mindestens fuenzehn Minuten zu Beginn, im Zeitalter der Samurai. Nein es regnet den ganzen Film lang. So eine Situation wurde vorher noch nie im Kino gezeigt. Die Wahrnehmung der Natur, des damaligen Jetztes, das Jetzt des Augenblicks des Erlebens gesteigert und dazu die symbolische Dimension des Regens, der alles wegwäscht und verwischt, so auch die Spuren. Das Publikum wurde mit einem Pinselstrich satter Farbe, Wasserfarbe,  in den Film getaucht. Es wurde eine Geschichte in vier verschiedenen Versionen erzählt, durch Augenzeugen. Am Ende hoerte es zu regnen auf und ein Holzfaeller geht mit einem Kleinkind nach Hause. Die Sonne kommt raus. Seitdem der Film gezeigt wurde nennt man die Faelle, wenn verschiedene Zeugen Aussagen machen, die zum Teil nicht uebereinstimmen Rashamon Syndrom.

Ronald: und was hat das mit deinem sogenannten "Zucker" zu tun?

John: Jeder der vier Erzaehler hatte die Geschichte so herumgebogen, so veraendert, damit jeder in einem günstigen Licht erscheint. Sie mussten es vor dem Richter tun, weil ein Samurai getötet worden war.

Wenn du ein Erlebnis so erlebst, als ob du der Andere wärest, wenn du den Tee mit dem Erinnerungszucker trinkst, dann hast du immer noch einen subjektiven Blickwinkel, denn auch der Andere hatte etwas subjektiv erlebt, aber die Erlebnisse kommen ungeschminkter auf dich zu. Zwar wird der Blickwinkel von einem zum anderen Erlebnistraeger verschieden sein, aber der Lauf der Dinge wuerde sich kaum veraendern. Eine relative Wahrheit wuerde entstehen, noch mehr als die, die jetzt schon durch Fotos, Tonaufnahmen, Videoaufnahmen entsteht.

Politiker versuchen immer aus Gründen der Macht die Wirklichkeit zu verfälschen. Die offene Kommunikation macht es ihnen schwieriger dies zu tun, doch sieht es so aus, als ob die Welt wieder in ihrer Entwicklung zurückgeworfen würde. Die Religionen und Diktaturen werden wieder radikaler und jede Machtsphäre versucht sich rücksichtslos auszubreiten. Journalisten und Reporter werden getötet oder in Gefängnisse geworfen,die Internetzugänge blockiert oder limitiert.

 Ronald:  Ok, Na ich weiss nicht......

John: Hier trink, was kann dies schon passieren?   

jazz 1990

Ich stand in einem  Zimmer in einem Jazzclub in Paris. Wir, das Publikum, starrten, wie geräucherte Sardienen eng an einander gepresst, auf die Sängerin. Ein Scheinwerfer durchschnitt von oben her den Zigarettennebel. Nur die Musik bewegte sich und ihre wirbeldenden Hände. Wir waren hypnotisiert von der Stimme und den Klängen des Klaviers. Ihre Gesichtszüge waren feiner als die von Nina Simone, ihr berühmtes Vorbild, aber ihr Spiel stand ihr in keinster Weise nach.

Ich kann mich nicht mehr erinnern ab wann, aber irgendwann stand Buddy neben mir, mit Jane , seine ziemlich jüngere  Begleiterin.. Er war um 68 , grösser als ich und zweimal so breit. Ein Amerikaner in Paris, dachte ich. Sie waren dabei ihren Traum auszuleben, im Frühling Paris zu besuchen, erzählten sie. Janes Augen glitzerten wie die Lichter der Uferpromenade und deren Spiegelung im Fluss.  Beide waren glücklich jemanden anzutreffen, der Englisch sprechen konnte. Er fragte mich, wie komme es, dass sie alle hier so andachtsvoll den Liedern zuhörten, wenn sie doch die Wörter nicht verstehen würden.                                                                                                                                                Ja, sagte ich ich verstände es auch nicht, aber bei Jazz, da ist der Text nicht so wichtig, eher, das was  zwischen den Zeilen steht. Es ist ein Phenomen, das auf der ganzen Welt stattfinden, selbst die Chinesen würden westlichem Pop zuhören und sie mögen es anscheinend, den Verkaufszahlen folgend und den Imitationen.

Budy nickte mit dem Kopf zustimmend, dann wollte er von Jane wissen was ich gesagt hatte, da die Musik zu Laut gewesen sei.